Breitband-PoP oder Broadband Remote Access Server – eine Begriffsklärung

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Das DSL-Netz gehört zu den wichtigsten Breitband-Netzen. Dabei ist DSL ein Übertragungsstandard für Daten, welche über reguläre Kupferleitungen des Telefonnetzes eine Geschwindigkeit von bis zu 500 Megabit pro Sekunde übertragen können. DSL ist damit eine deutlich modernere Technologie als Telefonmodems oder ISDN-Anschlüsse.
Ein wichtiger Bestandteil des Breitband-Netzes, das beispielsweise auf der Grundlage der DSL- oder UMTS-Verbindungsstandards aufgebaut ist, ist der Broadband Remote Access Server (kurz BRAS) bzw. der Breitband-Point-of-Presence. Der Point-of-Presence wird in der Regel vom Internetdienstanbieter oder Provider genutzt, um den Datenverkehr der Verbraucher in das sogenannte Backbone-Netz einzuspeisen. Mit dem Begriff “Backbone” sind große und miteinander verbundene Netzwerke gemeint, die über zahlreiche einzelne Internetdienstanbieter als Clients (also Dienstnutzer) verfügen.
Eine wichtige Funktion der PoPs ist die Verdichtung und Konsolidierung großer Datenmengen, die an den Zugangspunkten des Breitband-Netzes zusammentreffen. Meist sind diese Punkte so genannte “Digital Subscriber Line Access Multiplexer” (kurz DSLAM) oder zu deutsch “DSL-Zugangskonzentratoren”. Hinter dem Begriff “Konzentrator” verbirgt sich eine technische Vorrichtung, die mehrere Leitungen bündelt. Speziell bei den DSL-Konzentratoren laufen die Teilnehmeranschlussleitungen an einem bestimmten Ort zusammen. Das können entweder Aufschaltpunkte (etwa in großen Wohn- und Bürokomplexen) oder eine konkrete Vermittlungsstelle sein. Eine weitere wichtige PoP-Funktion ist die Koordinierung von PPP- bzw. IP-over-ATM-Sitzungen. “PPP” steht für “Point-to-Point Protocol” (also Punkt-zu-Punkt-Protokoll) und ist ein Netzwerkprotokoll zum Aufbau von Verbindungen über Wählleitungen. PPP ist das gegenwärtige Standardprotokoll, das Internetdienstanbieter für die Einwahl ihrer Kunden nutzen. “IP over ATM” ist hingegen eine Abkürzung für “Internet Protocol over Asynchronous Transfer Mode”. Bei dieser Technologie wird der Datenverkehr in vielen kleinen Paketen (sogenannte “Slots”) codiert, die eine feste Speichergröße aufweisen und über verschiedene Kanäle zum Ziel übertragen werden. Ausgehend vom technischen Standard im Jahre 2011 sind Breitband-PoPs in der Lage bis zu 50000 solche Sitzungen zu koordinieren. Schließlich garantieren die PoPs, dass den Endkunden ein Kommunikationsdienst von bestimmter Qualität zur Verfügung steht.
Im Rahmen eines DSL-Netzes werden die Daten der Endverbraucher vor Ort (in den DSL-Konzentratoren) gesammelt und über das sogenannte Konzentratornetz in die Breitband-PoPs weitergeleitet. Der PoP gilt als Endpunkt einer Verbindungssitzung, die über eine Wählleitung zustande gekommen ist. Diese Verbindungssitzung kann sowohl über das Ethernet (also das kabelgebundene Datennetz) oder nach dem Prinzip des “Asynchronous Transfer Mode” (Aufteilung der Daten in vielen gleich großen Datenpaketen) zustande kommen. Der PoP ist für die Zuweisung von IP-Adressen zuständig und ist aus diesem Grund an ein Autorisierungs- und Abrechnungs-System gebunden. Bei dem PoP handelt es sich technisch um einen Router, der die erste tatsächlich wahrnehmbare Verbindung zwischen Endverbraucher und Internet ist. So besteht beispielsweise das DSL-Zugangsnetz der Telekom aus 74 solchen PoP-Standorten.