DSL nicht schnell genug: Das sind die möglichen Fehler
Wer besonders schnell im Internet unterwegs sein möchte, der greift in der Regel auf einen Breitbandanschluss per DSL zurück. Dieses Festnetzinternet ist in Deutschland besonders weitverbreitet und wird von etwa 70 Prozent der Haushalte mit Internetanschluss genutzt (Stand: 2010). In vielen Fällen jedoch ergibt sich das Problem, dass die Internetgeschwindigkeit nicht so hoch zu sein scheint, wie es ursprünglich durch den Provider angegeben wurde. Ein häufiges Problem besteht beispielsweise darin, dass von einem bestehenden DSL-8.000-Tarif auf DSL-16.000 gewechselt wird, ohne dass es zu einer nennenswerten Steigerung der Datenrate gekommen wäre (bei DSL-16.000 sollten 1,6 Mbit pro Sekunde erreicht werden). In solchen Fällen ist es wichtig, dass der Kunde des Telekommunikationsunternehmens bzw. des Internetproviders seine Rechte kennt und in der Lage ist, eigenständig eine Fehleranalyse vorzunehmen. In einigen Fällen ist es nämlich durchaus noch möglich, das bestehende Problem auf der Softwareebene zu lösen und den versprochenen Wert hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit zu erreichen.
In vielen Fällen besteht das Problem darin, dass das jeweilige Betriebssystem nicht in Hinblick auf die verwendete Internetleitung optimiert ist. Hiervon betroffen ist beispielsweise die sogenannte maximale Paketgröße (MTU: Maximal Transmission Unit), die angibt, mit welcher Größe Daten im Netzwerk versendet werden können. Solche Einstellungen sind in den Tiefen der Registrierungsdatei des Betriebssystems versteckt und für den Laien nur schwer manipulierbar. Einfacher ist es, auf solche Anwendungsprogramme wie beispielsweise SG TCP Optimizer zurückzugreifen. Die Software ist in der Lage, sowohl die verwendete Internetleitung als auch alle relevanten Einstellungen im Betriebssystem zu erkennen und entsprechend zu optimieren. Die Software ist aktuell in der Version 3.0.7 verfügbar und kann auf Windows-Betriebssystemen eingesetzt werden (Stand: September 2011).
Falls auch die Verwendung einer solchen Software keine Abhilfe schaffen sollte, handelt es sich vermutlich um eine schlechte Leitungsqualität. Auch im Jahr 2011 werden im Festnetz noch immer Kupferleitungen bis zu den Verteilerstellen hin eingesetzt, deren Übertragungsqualität mit zunehmender Entfernung abnimmt. Bereits bei Entfernungen von 10 bis 12 Kilometern bis zum jeweiligen Verteiler können sich erhebliche Verschlechterungen der Leitungsqualität ergeben und damit ein verlangsamtes Internet. In solchen Fällen sollte berücksichtigt werden, dass auch der Wechsel zu einem anderen Provider keine Abhilfe schaffen wird, da dieser auf dieselbe Leitung angewiesen wäre. Denkbar ist lediglich noch die Rückkehr zu einem langsameren Tarif.
In der Praxis werden die Verträge im Zusammenhang mit DSL mit einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten und sind vor Ablauf dieser Frist nicht kündbar. Aus diesem Grund ist der Wechsel auf einen teureren Tarif, der in der Praxis keine Geschwindigkeitsvorteile mit sich bringt, besonders ärgerlich. In einigen Fällen konnten die Kunden der Internetprovider vor Gericht jedoch sogenannte Sonderkündigungsrechte erstreiten, die es ihnen ermöglichten, vorzeitig den Vertrag zu beenden. Ein solches Sonderkündigungsrecht kann gewährt werden, wenn die Internetverbindung nachweislich deutlich langsamer ist, als es im Prospekt von dem Provider angegeben wurde.