Der Unterschied LTE, UMTS: Geschwindigkeit heißt das Zauberwort
Als zum Millennium der Startschuss in die damals hochmoderne multimediale Mobilfunkwelt fiel, waren Datenübertragungsraten bis zu 14,4 Mbit/s sensationell. UMTS versprach dem Kunden mobiles Internet, um auch das Tv Programm heute schauen zu können, wo immer man wollte, und einiges mehr. Allerdings waren die Kosten hoch und das tatsächliche Angebot niedrig. 2011 hat sich einiges gewandelt: Tatsächlich sind Angebot und Leistung enorm angestiegen und 15,9 Millionen UMTS-Kunden (laut Branchenverband BITKOM 2008) zufrieden. Doch die Nachfrage nach noch mehr Leistung und höherer Geschwindigkeit steigt. Der neue Mobilfunkstandard im Jahre 2011 heißt Long Time Evolution (LTE): Doch wer nicht in Ballungszentren wie Berlin, Hamburg oder Köln wohnt, der muss noch ein oder zwei Jahre auf die Neuerungen am Mobilfunkmarkt warten. Der schon umgangssprachlich „4G“ genannte Standard läuft in diesen Städten erstmal nur in der Testphase auf einigen wenigen Geräten. Städte wie Stockholm oder Oslo sind da schon weiter, hier laufen die ersten kommerziellen LTE-Netzwerke seit Dezember 2009. Wann aber in Deutschland das neue Netzangebot genutzt werden kann, ist noch unklar.
Wesentliche Unterschiede zwischen UMTS und LTE liegen zum einen in der deutlich schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit – bis zu 10-mal so schnell. Dies bedeutet, Seiten im Internet laden, zum Beispiel das aktuelle Fernsehprogramm auf www.hoerzu.de, nun ohne größere Verzögerung und weitere Aktionen können endlich unterbrechungsfrei ausgeführt werden. Somit entsteht der Eindruck, wie mit einer stabilen DSL-Verbindung zu Hause zu surfen. Zudem können Kunden online bleiben und werden nicht, wie bei UMTS üblich, nach 24 Stunden automatisch getrennt. Eine weitere bedeutende Neuerung: Angebote aus Fernsehen und Voice over IP (Internet-Telefonie) können nun ohne zeitlichen Versatz übertragen werden. Weiterhin sollen so die letzten verbleibenden „Funkwüsten“ in Deutschland geschlossen werden, sodass jeder Ort mobil vernetzt ist. Wichtig ist auch, alle neuen LTE-Geräte arbeiten – neben einem geringeren Energieverbrauch – auch mit den herkömmlichen Funkstandards problemlos zusammen und unterstützen zudem verschiedene Bandbreiten (1, 3, 4, 5, 10, 15 und 20 Mhz). Allerdings können ältere UMTS-Geräte mit dem neuen Standard nicht genutzt werden.
Dass unbedingt schneller Lösungen auf den Markt kommen müssen, davon sind auch die Netzanbieter überzeugt: Einer Studie des amerikanischen Marktforschungsinstitutes ABI Research kam zu dem Schluss, dass schon 2011 rund 3,67 Trillionen Bytes (3,67 Billionen GB) über das weltweite Mobilnetz verschickt werden. Um auch in Zukunft die stetig wachsenden Datenübertragungsraten verarbeiten zu können, muss die Umstellung auf LTE erfolgen – mit UMTS würde der Markt schon in wenigen Jahren zusammenbrechen.
Aber auch die neue LTE-Technologie ist nur ein Zwischenschritt, denn bereits 2013 soll die Ausbaustufe an den Start gehen: LTE-Advanced. Datenraten von bis zu 1 Gbit/s sollen mit diesem neuen Standard zukünftig möglich sein. Vorgestellt wurde diese Stufe auf dem GSMA Mobile World Congress in Barcelona 2011. Das Unternehmen Nokia Siemens Networks soll diesen Schritt realisieren – wann aber der Markteintritt vollzogen sein soll ist derzeit noch nicht bekannt.